Fazit

Es war nicht so schlecht, wie´s sich in einigen Artikeln darstellt. Es ist halt ein etwas schwieriges Land. Wir hatten in den 3 Wochen doch einiges erlebt, es fehlten jedoch die Highlights, welche wir in u.a. in Bolivien, Peru und Vietnam erlebt hatten.

Santa Clara – Varadero – Airport La Habana

Montag, 4. März 2013
Letztes Frühstücksbuffet in Kuba. Dann noch in die Stadt des größten Triumphes und zugleich der letzten Ruhestätte des Ernesto Che Guevara nach Santa Clara rein.

Zuerst zum Denkmal des Che Guevara auf einem großen Platz. Dann noch zum Mausoleum und Museum gleich auf der Rückseite des Denkmals. Hat aber montags geschlossen.

Die Innenstadt mit dem Zentralen Platz und der kleinen Fußgängerzone ist weniger spektakulär. Ein paar renovierte Häuser und das Betonklotzhotel Islazul direkt dazwischen.

Am anderen Ende der Stadt noch das Tren Blindado Denkmal. Das war´s in Santa Clara.

Weiter geht´s über Sagua la Gran nach Varadero. Nicht viel zu sehen dazwischen. In Varadero, einer schmalen Landzunge, dann wieder die „Andere Welt“ mit den Touristenhotels. Wir essen am Jachthafen noch eine Pizza und lassen uns dann mit Hilfe des Navi zum Flughafen Havanna bringen. Dort angekommen stelle ich fest, dass das eingegebene Ziel „La Habana – Airport“ nicht der Internationale, sondern ein kleiner in 12 km Entfernung ist. Da wir das Mietauto mit leerem Tank zurückgeben sollen, wird´s jetzt langsam knapp mit dem Benzin – wir sind seit der Reserveanzeige schon 80 km gefahren und es wird auf der Anzeige nichts mehr angezeigt. Also nochmal für 2 CUC (warum verdreht der Tankwart eigentlich die Augen?) tanken, bevor er kurz vor dem Flughafen stehen bleibt.

Am Internationalen Flughafen Jose Marti angekommen geht das letzte Kapitel der Reise los: Es gibt keine Schilder für „Rental Car Return“ etc. Auch nicht auf Spanisch. Nach einigem Herumfragen dann doch ein kleines, verdecktes Häuschen auf dem Parkplatz davor gefunden mit einem Schildchen „REX Car Rental“. Ist aber keiner drin und auch außen steht niemand. Also Koffer ausgeladen und in die völlig überfüllte Ankunftshalle, wo die Mietwagenschalter sind. Der einzige Mitarbeiter von Rex geht mit mir dann zum Parkplatz raus, schaut unser Fahrzeug an und notiert den Kilometerstand. Anfangsstand: 93.211 km – Endstand: 96.607 km – also insgesamt 3.396 km in Kuba abgespult. Dann wieder zurück zum Büro – alles OK. Gleich daneben der Schalter mit dem Geldumtausch – wir müssen ja die restlichen CUC´s wieder in Euro tauschen, denn CUC´s tauscht keine Bank der Welt um. Hinter die 100 dort bereits Wartenden angestellt. Ist anscheinend  gerade ein Maschine angekommen. Als wir dran sind wird uns gesagt, dass der Rücktausch nur im ersten Stock ist – kann man ja kein Schild hinmachen. Ok – in den ersten Stock rauf. Der Rücktauschschalter ist nicht geöffnet. Daneben ein Schalter mit der Aufschrift „Airport Tax“ mit wieder einer Schlange Menschen davor. Hier wird umgetauscht. Die 25 CUC Ausreisesteuer p.P. können wir aber nicht zahlen, braucht man zuerst den Boarding Pass. Dann hinter die Schlange an den 3 Check-In Schaltern angestellt. Unsere Maschine hat ja nur 422 Passagiere. Check-In Automaten kennt man hier noch nicht. Danach wieder zum Airport Tax Schalter. Die Schlange davor hat sich inzwischen verringert. Hier kriegen wir unsere Ausreisesteuer los und dafür einen Aufkleber auf den Boarding Pass. Jetzt noch an den Schalter mit der langen Schlange für die „Imigration Control“ – der Pass-Stelle anstellen. Vor uns mehrere Personen, denen dann am Schalter gesagt wird, dass sie zuerst die Ausreisesteuer bezahlten müssen. Die müssen sich jetzt am Ausreisesteuerschalter anstellen und dann nochmal am Imigration Control Schalter. Schilder über dieser Prozedur oder helfende Staatsdiener – wozu? – das weiß man doch. Es ist inzwischen 19:30 Uhr – Abflug ist um 20:15 Uhr geplant. Jetzt nur noch an der Sicherheitskontrolle anstellen und dann hinter die anderen 420 Passagiere zum Boarding – juhu geschafft – wir sitzen im Flieger. Abflug fast pünktlich um 20:30 Uhr.

WIR SIND ENDLICH HIER RAUS!!!

 

Von Camaguey nach Santa Clara

Sonntag, 3. März 2013
Riesen Portion Omelett mit Käse und Schinken. Dazu Toast, Marmelade, Orangensaft, Früchteteller und 2 Cappuccino. Es ist nur noch leicht bewölkt bei 17 Grad. Der Tag fängt gut an.
Der Kubaner, der angeblich die ganze Nacht auf unseren auf der Straße abgestellten Mietwagen aufgepasst hat, läuft um kurz nach 7 Uhr in Richtung unseres Fahrzeugs. Gestern Abend habe ich niemand in der Nähe unseres Pkw’s gesehen und heute morgen um 6 Uhr auch nicht – von wegen die ganze Nacht aufgepasst. Als wir zum Wagen kommen hat er den auch noch gewaschen,  obwohl das der Regen gestern den ganzen Tag schon gemacht hat. Ich drücke ihm trotzdem 1 CUC in die Hand. Er fordert aber 5 CUC und setzt sich als Beifahrer in unser Fahrzeug. Ich fordere ihn auf, sofort auszusteigen. Er kommt gerade noch rechtzeitig ohne meine Hilfe aus dem Fahrzeug und trollt sich mit seinem CUC. Hätte sonst schmerzhaft für ihn ausgehen können.
Wir fahren zuerst einige Zeit die Carretera Central bis nach Ciego de Avila und biegen dann an die Nordküste nach Cayo Coco ab. Eine vorgelagerte Insel auf die man über eine aufgeschüttete Straße kommt. Bei der „Einreise“ in die andere Welt werden zuerst die Pässe kontrolliert und dann 2 CUC kassiert. Zutritt nur für Touristen und dort arbeitende Kubaner mit extra Passierschein! Auf der Insel, die sich über ca. 100 km Länge erstreckt (mit eigenem Flugplatz), eine größere Anzahl an Top Hotel Anlagen mit traumhaftem, weissem Sandstrand und Palmen. So wird Kuba in den Reiseprospekten verkauft. Wir sind aber inzwischen fast 3000 km durch’s echte Kuba gefahren. Das hier ist die ‚Andere Welt‘. Machen ein paar Fotos und fahren dann die 30 km übers Meer wieder zurück. Bei der „Ausreise“ werden nochmal 2 CUC fällig. Kurz darauf holt uns in Moron das echte Kuba wieder ein. Straßen mit 20 cm tiefen Schlaglöchern, verfallene Wohnhäuser, verfallene Fabriken, Menschen zu Fuß, auf Pferdekarren, mit Fahrrädern, auf stark rußenden, zu Transportfahrzeugen umgebauten Uralt- Lkw’s, ebenso alte Traktoren und natürlich die US Oldtimer, die mangels an anderen Möglichkeiten hier ganz normal im Alltagsbetrieb genutzt werden. Es fällt schätzungsweise ein motorisiertes Fahrzeug auf 500 Einwohner – also nichts los auf den Straßen. Durch Landwirtschaft, Zuckerrohrfelder, Bananenplantagen, Weideland und Grasland geht es die 170 km bis Santa Clara weiter. Unsere sehr schöne Bungalowanlage am Stadtrand für unsere letzte Nacht in Kuba ist nur gering belegt. Wer verläuft sich auch schon hierher. Das Buffet im Restaurant der Anlage ist für mind. 100 Gäste, obwohl nur ca. 30 hier sind. Volles Programm mit Musik, auch wenn keine Gäste da sind, heißt die Devise für die alleine 8 Kellner. 12 CUC p.P. für’s Buffet plus die 2 CUC für’n Bier.

Von Guadalavaca nach Camaguey.

Samstag, 2. März 2013
Wir bleiben noch bis Mittag im Ballermann für Kanadier, denn in Camaguey waren wir ja schon einmal. Es langt, wenn wir dort abends nach 260 km ankommen.
Heute ist es das erste Mal fast vollständig bewölkt. Nachdem wir Holguin passiert haben und auf der Carretera Central in Richtung Camaguey unterwegs sind, fängt es zum Regnen an und hört auch nicht mehr auf. Im etwas heruntergekommenen Gran Hotel wurde unser reserviertes Zimmer anscheinend anderweitig vermietet. Wir werden problemlos ins bessere, nahe gelegene Hotel Camino El Hiero umquartiert. Gutes und günstiges Abendessen im Hotelrestaurant. 6 CUC für ein Rindersteak mit Papa Fritas (Pommes) sind ok.
Es regnet weiter und die Temperatur ist auf 17 Grad gefallen.

Die andere Welt – Teil 2

Freitag, 1. März 2013
The same procedere as every day – ohne weiteren Kommentar.
Wir lassen uns mit einem Katamaran ein bisschen herumfahren, strampeln ein Stündchen mit einem Tretboot und schnorcheln bei wolkenlosem Himmel, 32 Grad Lufttemperatur und 25 Grad Wassertemperatur etwas, während die meisten anderen schon wieder Vollgas geben. Am späten Nachmittag gibts eine Liveband am Strand und die Sau, die ein armer Kubaner den ganzen Tag per Hand am Grill gedreht hat ist auch durch und wird verteilt. Dazu frische Kokosnüsse und Mojito’s. Danach strömt alles rauf in die Fresstempel. ALL INCLUSIV!

Gähnend langsames Internet kostet hier für eine Stunde 6 CUC – Wlan negativ. Ich werde die Blogeinträge der letzten Tage erst bei unserer Rückkehr ins Netz stellen können.

Die andere Welt

Donnerstag, 28. Febr. 2013
Der Tagesablauf:
Frühstücksbuffet. Die überwiegend kanadischen Pauschaltouristen (darunter viele nach Kanada ausgewanderte Russen und ein paar Deutsche und Holländer) schlagen sich schon ab 8 Uhr die Wanne voll. Es wird mehrmals auf die Teller aufgeladen was draufgeht. Den letzten aufgehäuften Teller lässt man einfach stehen. Die 120+ kg müssen ja irgendwie gehalten und gefüttert werden. Da wird dann auch schon mal der erste Rum in den Kaffee geschüttet – ist ja All Inclusive.
Die Liegen im Schatten sind natürlich um diese Uhrzeit längst mit Handtüchern belegt. Das Fitnesscenter war eine sinnlose Investition hier. Weiter geht’s mit Ausruhen vom Frühstücksstress am Pool und am Strand. Um 10 Uhr wird die Strandbar und die Poolbar endlich geöffnet. Zeit für die ersten Bierchen und Cocktails. Die meisten haben ihre großen Thermobecher von zu Hause mitgebracht. Man ist hier offensichtlich nicht das erste mal hier und will nicht laufend für ein kleines Plastikbecherchen aufstehen. Dann schon langsam an’s Mittagessen denken. Von 12:30-14:30 Uhr heißt es eine Grundlage in Form von Pizza, Hamburger mit Pommes und Mayo, oder am reichlich gefüllten Buffet zu schaffen, damit einen die Nachmittagsdrinks nicht aus der Bahn werfen. Bei einigen hilft das aber trotzdem nichts (mehr). Endlich ist die Sonne untergegangen und um 18:30 Uhr ertönt der Schlachtruf zum Abendbuffet oder in eines der beiden Themenrestaurants. Danach noch ein paar Drinks bei seichter Animationsshow.
ICH WILL HIER RAUS!!!

Scotty – beam me up to another world

Mittwoch,  27. Febr. 2013
… aber davor steht ein steiniger Weg.
Wir fahren auf der Straße nach Moa. Ca. 15 km nach Baracoa löst sich die Straße auf. Ich bin schon viele Straßen auf der Welt gefahren, aber das übertrifft sogar die in Russland mit Hans und Günther bei weitem. Wir brauchen für 40 km über 3 Std. Nach 30 km steht tatsächlich ein Schild “ Visitor Center Humboldt Nationalpark 1 CUC!“ Wir fahren vorbei. Noch 230 km. Ich rechne hoch – das mit dem Swimmingpool und einem Daiquiri nachmittags im All Inclusive Resort wird wohl nicht’s. Wenn’s schlecht läuft mit den Straßen, fällt auch das Abendessen noch aus. Kurz vor Moa wird die Straße zwar besser aber die Landschaft miserabel. Vom Urwald in eine fürchterliche Gegend mit roter Erde und rotem Qualm aus den Schloten der Fabriken. Hier wird im Tagebau Nickel und Cobalt gewonnen. Es steht ein Schild am Straßenrand „Fotografieren verboten“. Ich schieße natürliche trotzdem einige Bilder von der Umweltverschmutzung hoch 12. Wir werden natürlich sofort danach von einem Posten angehalten und zurecht gewiesen. Die Fotos darf ich aber seltsamerweise behalten. Ich kann mir nicht vorstellen,  dass in dieser Stadt jemand älter als 50 wird. Die meisten Bäume sind schon abgestorben.
Danach bei relativ guter Straße weiter. Dann die Abzweigung knapp 70 km vor Holguin in Richtung Guadalavaca. Wieder 30 km Hell Road. Kein Gegenverkehr – kein vor uns fahrendes Fahrzeug. Nochmal 1 1/2 Std. Dann wird langsam alles anders. Wir nähern uns der anderen Welt! Die Häuser haben plötzlich einen sauberen Anstrich, die Straße ist ohne Tadel und es gibt keine verfallenen Gebäude mehr. Hier werden die Pauschaltouristen vom Flughafen Holguin zu den All Inclusiv Resorts an der Playa Esmeralda gebracht. Einige Km vor unserem 4★ Resort Blau Costa Verde ein Schild „Gesperrt für inländische Fahrzeuge“. Im Resort mit mehreren hundert Zimmern gibt es Essen und Trinken in Überfluss. Was nicht schmeckt wird weggeworfen – und einige km draußen hat die Bevölkerung Cubas nicht viel zum Essen. Abends spielt auf der Animationsbühne eine echt kubanische Band. Aber dies hat einfach nicht den Flair aus der gestrigen Casa de la Trova.
Diese unreale Plastik Welt ist nicht unsere Welt. Wir werden auch diese 2 Tage überleben (die Mojitos, Daiquiris, Margeritas, Cuba Libre’s … sind aber Ok).

Baracoa

Dienstag, 26. Febr. 2013
Frühstück im Hotel war gerade so in Ordnung. Die Schnelligkeit und die Begeisterung, welche das Personal an den Tag legt, kann man sich nicht vorstellen.
Dann die Straße nach Moa rauf und den Nationalpark-Eingang gesucht. Soll man ja auch im Hotel buchen. Laut meinem Navi nur zwei Abzweigungen nach links in den Urwald. Zuerst die zweite, ca. 8 km unbefestigte Straße bis zum Ende gefahren.  Am Ende ist – Nichts ausser nicht mehr befahrbarer Urwald. Dann die erste Einfahrt in einer Ortschaft gesucht. Da steht ein Schild – 4 km zu einem Camp. Aber der unbefestigte Weg ist schon am Anfang kaum zu befahren. Wir kämpfen uns trotzdem im 1 km/h Tempo die 4 km entlang. Durch Bananen- und Kakaoplantagen und Palmen in undurchdringlichem Dickicht. Am Ende ist zwar nicht der Eingang zum Humboldt Nationalpark aber zum Camp El Yungee. Mindestens 10 Guides warten auf Kundschaft. Wir sind die einzigen. Einer kann Englisch. Er bietet uns zwei Touren zu Fuß an. Die erste ca. 2 Std. zu einem Wasserfall, die zweite durch den Urwald zu einem Aussichtspunkt – 4 Std. Pro Person kostet das je 8 CUC. Wir können uns nicht vorstellen,  dass man noch recht viel mehr sieht, als wir schon gesehen haben. Und da der Fluss fast kein Wasser hat, wird der Wasserfall auch nicht so besonders sein. Ausserdem sind es 30 Grad bei 90 % Luftfeuchtigkeit. Ob die 2×8 CUC nur der Camp Eintritt sind und man den Guide, das Fotografieren und den Parkplatz noch extra zahlen muss, weiss man ja zuvor nicht. Wir entscheiden uns lieber für 16×1 CUC für Bier (bin ich froh, dass Marion nicht so viel Bier trinkt) und fahren zurück. Noch am Flughafen von Baracoa vorbei, auf dem vermutlich schon Jahre kein Flugzeug mehr gelandet ist. Aber es stehen einige Fahrradtaxis dort und warten immer noch auf die Fluggäste. Mann – sagt denen halt mal, dass da keiner mehr kommt.
Ich mache mich am Nachmittag noch mal in die Stadt auf. Tausende von Einwohnern unterwegs, die es aus ihren finsteren Behausungen treibt. Darunter eine Handvoll Touristen. Später noch ein paar Kugeln Schokoladeneis in der Casa de la CHOCOLAT. In der Casa de la Trova spielt heute eine junge Band sehr gut karibische Musik. Bei einem Mojito kommt doch das Karibik Feeling auf. Abendessen doch wieder im  mäßigen Hotelrestaurant, da in den paar anderen im Ortskern niemand drin sitzt.

Von Santiago de Cuba nach Baracoa

Montag, 25. Febr. 2013
Wir fahren zeitig von Santiago de Cuba los, denn es liegen rund 280 km Landstraße vor uns. Wir entscheiden uns für die Küstenstraße bis nach Guantanamo. Zuerst durch hügelige Landschaft mit ein paar Dörfern, dann teilweise an der Küste entlang. Dort einige Hotels, wo offensichtlich nur noch Personal auf Gäste wartet. Eigentlich eine schöne Gegend. So gut wie keine Fahrzeuge unterwegs. Nach 50 km ein Seil über die Straße gespannt und ein staatlicher Seilbewacher, der uns zu verstehen gibt,  dass die Straße ab hier nicht mehr befahrbar ist. Ok – dann halt 50 km die Sackgasse wieder zurück bis nach Santiago de Cuba. Man kann ja kein Schild am Anfang der Sackgasse hinstellen. Müssen statt der schönen Küstenstraße jetzt durchs langweilige Landesinnere, teilweise eine je 3 spurige Autobahn über mind. 20 km nur für uns und ein paar Ochsenkarren. Für wen die ist, weiß nur Fidel alleine- oder bekommen die Kubaner demnächst vielleicht alle vom Fidel ein staatseigenes Fahrzeug zugeteilt?
Dann von Guantanamo wieder eine wenig befahrene Straße in Richtung Küste.  Werden von einem Kontrollposten angehalten, der uns nur fragt, wohin wir wollen. Baracoa – die Straße sei nicht so gut, aber befahrbar- meint er. Immerhin sagt’s uns hier einer zuvor wie’s aussieht. Gracias.
Zuerst immer wieder an der Küste entlang mit Kakteen, dann viele Kurven die Berge mit üppigem Bewuchs rauf und runter bis nach Baracoa. Das Hotel El Castillo auf einem Hügel mit traumhaftem Blick auf die Bucht und das Meer am Rande des Humboldt Nationalparks ist unser Quartier für die nächsten 2 Tage. Bei einem Stadtrundgang am späten Nachmittag finden wir eine Casa de la Trova in der 8 kubanische Musiker endlich mal heiße Rhythmen erklingen lassen. Innerliche Abkühlung durch ein paar Bucanero Cervesas für je 1 CUC. Mäßiges Abendessen im Restaurant El Castillo.

Santiago de Cuba

Sonntag, 24. Febr. 2013
Habe gestern Nachmittag beim Abschicken der Blogeinträge im abgesperrten und nur für Hotelgäste zugänglichen Internet- Hochsicherheitstrakt beobachten können wie von einigen Kubanern die Bits und Bytes einzeln hinausgetragen wurden. Für die paar Kilobyte Text hat die gebuchte halbe Stunde gerade ausgereicht. Beim Versuch eine 500 KB große Trackdatei hochzuladen ist das System zusammengebrochen.
Bei der Auswahl des Restaurants am gestrigen Abend haben wir mal wieder voll in die Sch… gegriffen. Wir haben am gestrigen Nachmittag an einem schönen Platz ein Lokal gesehen, in dem viel los war. War am Abend auch gut besucht. Wir entschieden uns für Beefsteak und gebratenes Schwein mit Reis, Salat und Kochbananen zu je 10 CUC. Dazu zwei Bucanero Bier zu je 2 CUC. Das Bucanero ist aus – meinte die Bedienung. Ok dann eben 2 Cristal Bier. Als am Nebentisch kurz danach mehrere Bucanero auf den Tisch gestellt werden, schwellen mir schon die Halsschlagadern. Als der Salat kam noch mehr – 8 hauchdünne Scheibchen Tomaten mit 5 Fäden Weißkraut. Pfeffer, Öl und Essig hätten sie angeblich keinen mehr, nur Salz. In einem ziemlich vollen Restaurant mit mindestens 100 Plätzen in bester Lage. Als das Fleisch serviert wurde, wäre ich am liebsten aufgestanden und gegangen. Das hätte aber vermutlich Ärger mit den Türstehern bedeutet. Die Fleischportion bestand aus hauchdünn geschnittenen Scheibchen von zusammen max. je 50 Gramm. Der kalte Reis und die von Fett triefenden kalten Kochbananen wurden ca 5 Min. später serviert. Da waren die Fleischkrümel natürlich auch schon kalt. Und wir hatten uns schon so auf ein ordentliches Abendessen gefreut. Wir beschließen, dafür nicht auch noch Trinkgeld zu geben. Auf der Rechnung steht aber nicht 24 sondern 26 CUC. Als die Bedienung jetzt noch das Nachrechnen anfängt, werde ich laut. Sie merkt sofort die angespannte Lage, nimmt die 24 CUC und verschwindet. In meiner Wut beschließe ich, mich in diesem Land die restlichen Tage nur noch von Bier und Rum zu ernähren. Da weiß man wenigstens was man hat. Wir sind dann nochmal zum Hafen runtergelaufen, wo wir nachmittags den Fisch gegessen hatten. Dort hat es noch frisch gegrillte Sau gegeben. Ein bisschen für 1 CUC probieren sag ich ihm. Er packt mir mindestens 300 Gramm dafür ohne Knochen in die Pappschachtel. Na also – geht doch!
Jetzt komm ich noch zur Wiege der kubanischen Musik, die ja hier in Santiago de Cuba liegen soll. Den Kubanern soll ja  laut den Reiseführern das Musizieren und Tanzen im Blut liegen. Hier tanzt nur Samstag nachmittags neben dem Hotel für die Touristen eine Gruppe zu Dosenmucke. Ausser einem afrikanischer Trommler und dem täglichen Klassikorchester haben wir keine Musiker gefunden. Und Samstag abends um 20 Uhr ist die Stadt wie leergefegt. Eine Bar, geschweige denn eine mit Livemusik finden wir abends keine. Traurig aber wieder war.
Frühstücksbuffet war mit allem was man sich wünscht. Danach mit dem Auto zum Friedhof, wo einige Persönlichkeiten Kubas beerdigt sind. Auf dem fast leeren Parkplatz davor werden wir schon vom Parkplatzwächter eingewiesen. Der will auch gleich Cucs. Als wir lesen, dass wir für den Friedhof Eintritt bezahlen sollen, fahren wir weiter. Eintitt in einen Friedhof zahle ich erst, wenn ich reingeschoben werde und eh nicht mehr rauskomme. Wir fahren 14 km weiter nach El Cobre – einem Wallfahrtsort. Schöne Kirche auf einem Hügel in einem ziemlich verwahrlostem Dorf. Daneben eine vermutlich nicht mehr in Betrieb befindliche Kupfermine. Sonst keinerlei Industrie im Umkreis von vielen km feststellbar. Auch nur kleine landwirtschaftliche Flächen. Was die vielleicht 1000 Einwohner hier arbeiten,  weiß keiner. Eine Vielzahl der Einwohner Cubas beschäftigt sich scheinbar nur mit Herumlaufen, Herumsitzen und Nichtstun.
Dann zurück nach Santiago de Cuba  und zur 7 km von der Altstadt entfernen Festung El Morro. Dort werden wir vom offiziellen Parkplatzwächter auf einen der vielleicht 100 Plätze eingewiesen. Ca.10 Fahrzeuge stehen schon da. Das kostet 2 CUC. Im Umkreis von mehreren Km wohnt hier niemand.  Es ist also nur die Straße, der Parkplatz und vertrocknetes Land links und rechts. Ich gebe ihm zu verstehen,  dass ich draußen auf der Straße parken werde. Er sagt daraufhin das ist verboten. Wir parken trotzdem neben den Parkplatz und laufen an dem erbosten Parkplatzwächter vorbei. Dann an den Souvenierständen mit den gleichen Schnitzereien vorbei,  die wir in Afrika schon gesehen haben. Nur haben  wir in Afrika auch gesehen wie sie die geschnitzt haben. Hier schnitzt keiner. Von außen ist es eine relatv kleine Festung auf einer Felsklippe. Eintritt p.P. 4 CUC + 5 CUC fürs Fotografieren mit kleiner Kamera bzw. + 20 CUC für eine professionelle Kamera. Habe die aber leider dabei. Filmkamera kostet übrigens 50 CUC extra. Sie können sich ihre Festung wohin klatschen. Die paar anderen Touristen zahlen das anscheinend. Rückfahrt ins Hotel zum Abkühlen. Das Thermometer zeigt 32 Grad an.
Am heutigen Sonntag Nachmittag gegen 16 Uhr ist die Casa de la Trova- eine Musikkneipe geöffnet und es wird auch kubanisch musiziert. Leider passen in den Raum nur ca. 20 Personen rein, und die waren vor uns schon da. In einigen Kneipen spielt nachmittags doch ein Livemusiker. Aber ab  ca. 18 Uhr hören die alle auf. Als wir um 17:30 Uhr wieder an der Casa de la Trova vorbei schauen wird gerade aufgeräumt und geschlossen. Abendessen im Hotel Casa Granda.